Content
Durch die Digitalisierung und Demokratisierung in der Herstellung und im Vertriebsprozess haben sich zwei verschiedene Arten von Inhalten entwickelt, die unterschieden werden müssen. Eine Unterscheidung ist – wie sich herausgestellt hat – deshalb wichtig, weil man nur durch eine genaue Kategorisierung entscheiden kann, welche Geschäftsmodelle auf die verschiedenen Content-Arten anzuwenden sind.
User Generated Content
Unter der Bezeichnung „User Generated Content“ (oder kurz UGC) versteht man Inhalte einer Web-Plattform, die nicht durch den Anbieter selbiger Plattform geschaffen werden, sondern vielmehr durch die Nutzer, die auf jene Plattform zugreifen können. UGC wird von der Organisation of Economic Co-operation and Developement (OECD) in einer Studie wie folgt definiert:
- Content made publicly available over the Internet,
- Which reflects a certain amount of creative effort, and
- Which is created outside of professional routines and practices.[1]
Die OECD definiert die Charakteristik für UGC also folgendermaßen: Das Werk muss von einem User, in welcher Form auch immer, also z.B. als Text, Fotografie, Video u.Ä. publiziert werden oder es muss zumindest die Absicht zur Publikation bestehen. Sobald der User ein Werk mit der Absicht, dass es von anderen Usern konsumiert wird, im Internet zur Verfügung stellt, liegt also ein UGC vor. Die Zahl, wie viele User in der Folge auf das Werk zugreifen können, ist dabei unerheblich. Der Urheber hat dabei die Möglichkeit, den Zugang zu seinem produzierten Werk zu limitieren und zu beschränken: Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn in den so bezeichneten Social Networks wie z.B. Facebook oder MySpace ganz gezielt vom User eigens bestimmte Inhalte nur einer ebenfalls von ihm definierten Gruppe zugänglich gemacht werden. Der kreative Input des Users kann sich z.B. durch das Hochladen von Originalvideos zeigen oder durch das Verfassen von Kommentaren zu Filmen z.B. in Form von Blogs. Ein wichtiges Merkmal von UGC ist außerdem, dass die Herstellung in der Regel nicht in einem professionellen Umfeld stattfindet. UGC wird oft von Amateuren hergestellt, ohne dass jene dafür Geld oder Gewinnbeteiligung erwarten. Motivationsgründe hierfür sind: die Vernetzung mit Gleichgesinnten und die eigene Popularität steigern.
Beispiele für Plattformen, deren Inhalte hauptsächlich durch die User produziert werden, sind: Wikipedia, YouTube, MySpace oder Flickr. Aber auch personalisierte Blogs oder Wikis zählen zu UGC. Einige dieser ursprünglichen UGC-Plattformen haben im Laufe der Jahre jedoch stetig an Popularität gewonnen, sodass sie naturgemäß für etablierte Medien- und Technologieunternehmen wie Rupert Murdochs News Corp. oder Google marktstrategisch interessant wurden und sich dadurch in einem relativ eigendynamischen Prozess von der ursprünglichen Charakteristik, jedem User eine Plattform für eigenständige Publikationen zu bieten, wegentwickelten und der Fokus stattdessen auf die Monetarisierung gelegt wurde. War es früher für viele Anbieter oberstes Kriterium möglichst viele User vorweisen und somit auch viel Content anbieten zu können, so ist die Monetarisierung mittlerweile für diese Plattformen genauso wichtig. Am deutlichsten zeigt sich diese Entwicklung bei YouTube. Seitdem es von Google übernommen worden ist, ist das oberste Ziel: Monetarisierung.
Professional Generated Content
Unter „Professional Generated Content“ oder auch „Premium Content“ versteht man hochwertige digitale Inhalte, die, im Gegensatz zum UGC, in professionellem Umfeld hergestellt worden sind. Der Bezug von Professional Generated Content kann kostenlos, aber auch verbunden mit Entgeltmodellen dem User zu Verfügung oder in Aussicht gestellt werden. Bekanntestes Beispiel ist die US-Videoplattform Hulu, ein Gemeinschaftsunternehmen von NBC Universal, News Corp. und Disney. Über die Plattform wird, im Gegensatz zu YouTube, ausschließlich Premium Content angeboten, so können TV-Serien, Shows und ganze Spielfilme aus dem Rechtekatalog der beiden Firmen konsumiert werden. In weiterer Folge wurden auch Inhalte anderer Anbieter eingebunden, Comedy Central, Disney Channel und Sundance seien als Beispiele erwähnt. Der Service finanziert sich zum einen aus Werbeeinblendungen, zum anderen durch Anschlussverkäufe, schließlich werden nicht immer alle Folgen einer Staffel gratis angeboten. Nachteil von Hulu ist, dass der Großteil der Inhalte aus urheberrechtlichen Gründen derzeit auf das US-Territorium beschränkt ist. Hulu wird von vielen Seiten mit viel Lob bedacht, da der Service sehr einfach zu bedienen ist und Serien und Filme in einer guten Qualität angeboten werden. Die Nutzerzahlen sprechen eine recht deutliche Sprache. Hulu konnte zuletzt deutlich mehr neue Zuseher gewinnen als YouTube. Auch hat sich gezeigt, dass Premium-Contents von Hulu im Durchschnitt länger (10,1 min) konsumiert werden als der Durchschnitt der normalen Online-Videos (3,2 min).[2]
[1] Vickery, Graham/Wunsch-Vincent, Sacha (2007): Participative Web and User-Created Content: Web 2.0, Wikis and Social Networking. OECD, 9
[2] Lipsman, Andrew (2009.03.04.): YouTube Surpasses 100 Million U.S. Viewers for the First Time. In: http://www.comscore.com/press/release.asp?press=2741 (Stand: 05.04.2009)
