Empfang
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie digitale Inhalte empfangen werden können. Die im Moment nach wie vor verbreitetste Nutzung ist der Personal Computer. Doch veränderte Nutzungsgewohnheiten und neue Technologien und Produkte verlagern den Anteil des Empfangs von Videoinhalten mehr und mehr auch auf andere Geräte.
PC
Die führende Position des PCs lässt sich durch die historische Entwicklung des Internets erklären. War das Internet, so wie wir es heute kennen, früher ein Netzwerk aus Rechnern von Universitäten und Forschungseinrichtungen, hat es sich relativ schnell zu dem wichtigsten Computernetzwerk überhaupt etabliert. Durch die Entwicklung und Einführung des Dienstes „World Wide Web“ und der Internetbrowser konnten nun auch technisch nicht über die Maßen Versierte über den eigenen PC auf das Netz zugreifen und es verwenden. Der Empfang von Daten über das Internet war also lange Zeit für den normalen User an einen Computer mit Internetbrowser gebunden.
Heute gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten am PC Videomaterial zu sehen. Einerseits die bekannte Form des Browsers, andererseits durch eigenständige Programme, die Inhalte empfangen und darstellen können. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Programme steigt täglich an, erwähnt seien hier z.B. Miro, Windows Media Player, Vuze, Quicktime, Joost und Zattoo. Es zeigt sich der Trend, dass User aber eher keine zusätzlichen Programme zum Empfang am Computer installieren wollen, sondern bequem in ihrem Browser eine Auswahl treffen wollen. So hat die am PC über den Browser empfangbare Plattform „Hulu“ enorm an Usern gewonnen, während „Joost“ mit ähnlichem Geschäftsmodell aber eigenständigen Tools bei weitem nicht die gleichen Nutzerzuwächse aufweisen konnte. Ein wesentlicher Vorteil für die Anbieter von Web-Services ist die mögliche Protokollierbarkeit der Nutzer durch die Verwendung von sogenannten Cookies.


Videos am Beispiel „msn Movies“ im Webbrowser als Vorschau und…

… in Vollbilddarstellung am Bildschirm anzeigen lassen.
Set-Top-Box
Der Begriff ist relativ selbsterklärend: Es handelt sich bei einer Set-Top-Box im Wesentlichen um ein Gerät, das auf dem TV-Gerät platziert wird und dem User erweiterte Nutzungsmöglichkeiten bietet, wie z.B. interaktive Services, und in der Regel in der Kombination mit einem TV-Gerät verwendet wird. Durch den Einsatz eines solchen Geräts lassen sich zusätzliche unterschiedliche analoge, aber auch digitale Funktionen nutzen.
Die zurzeit verbreitetste Form der Set-top-Box ist die zum Empfang von digitalen TV-Signalen. Dabei werden codierte Signale von der Box decodiert und an ein Ausgabegerät (z.B. TV) geliefert. Durch diesen Vorgang können digitale Signale auch an älteren (analogen) Fernsehgeräten wiedergegeben werden. Durch einen sogenannten Rückkanal können aktuelle Set-Top-Boxen nicht nur Signale empfangen, sondern auch senden. Durch dieses System können Eingaben vom User verarbeitet und an den Provider geschickt werden. Dies ermöglicht interaktive Services wie z.B. Interactive Program Guides, virtuelle Shops, Internetsurfen, Videokonferenzen oder E-Mails schreiben.
Sämtliche Abspielgeräte, wie z.B. der DVD-Player, und Aufnahmegeräte (Videorekorder, DVR Digital Video Recorder) zählen ebenso zu den Set-Top-Boxen. Ähnlich wie beim Datenempfang über den Webbrowser sind auch durch Verwendung einer Set-Top-Box sämtliche Aktionen des Users durch den Provider protokollier- und auswertbar.
Konsolen
Einen immer wichtigeren Anteil am Online-Videomarkt nehmen Spiel-Konsolen wie Microsoft Xbox, Nintendo Wii oder Sony Playstation ein. Konsolen sind genau genommen Set-Top-Boxen, die aber gezielt zum Einsatz von Videospielen entwickelt wurden. Einfache und komfortable Bedienung mit Schwerpunkt auf optimale Leistung für Videospiele zeichnen diese Geräte aus.
Die erste Spielkonsole wurde 1972 von Ralph Baer vorgestellt , seitdem wurden ständig neue Modelle und Funktionen präsentiert. Ende der 1980er wurden erstmals Geräte mit 3D-Unterstützung und CDs als Speichermedium vorgestellt. Die nun in der siebten Generation verfügbaren Geräte stehen einem PC in Leistung und Funktion um nichts nach. Sie sind kompatibel mit sämtlichen aktuellen Medien und Schnittstellen wie DVD, HD-DVD, HDMI und sind onlinefähig. Durch die Internet-Anbindung wurden interaktive Spiele möglich und so können User weltweit gegeneinander spielen.
Durch die Verbindung mit dem Internet bekamen Spielkonsolen eine enorme Bedeutung für die Filmindustrie. Allein die aktuellen Geräte (alle onlinefähig) der Hersteller Microsoft, Nintendo und Sony verkauften sich weltweit von Ende 2005 bis Februar 2009 in Summe knapp 100 Millionen Mal, wobei Nintendo mit 45 Millionen verkauften Geräten klare Nummer eins ist. Somit hat die Unterhaltungsindustrie auf einen Schlag Zugang zu knapp 100 Millionen Usern, die ohne weitere Investitionen wie Abspielgeräte oder Fernseher zu potentiellen Video-On-Demand-Kunden werden könnten.
Microsoft und Sony bieten bereits VOD-Dienste über ihre Geräte an, Nintendo will im Jahre 2009 nachziehen. Durch eine Kooperation zwischen Microsoft und der Online-Videothek Netflix steht dem Xbox-Kunden eine Auswahl von über 12.000 Filmtiteln zur Verfügung. Nintendo setzt aktuell nicht wie die beiden anderen Hersteller auf HD-Blockbuster auf Bezahlbasis, sondern auf kürzere Clips, familientaugliche Inhalte und UGC, die teilweise über Werbung und auch komplett kostenlos angeboten werden sollen.
Mobile Geräte
Der Konsum von Videos über mobile Endgeräte erfährt vor allem bei Teenagern einen starken Anstieg. Konnte früher nur analoges TV-Signal auf portablen Geräten empfangen werden, macht sich auch hier der technische Fortschritt bemerkbar. Mit der Einführung des Übertragungsstandards DVB-H (Digital Video Broadcasting-Handhelds) wurde ein speziell an mobile Geräte angepasster, komprimierter digitaler Standard vorgestellt.

Mobilfunk und UMTS-Anschlüsse in Deutschland in Millionen, 2005 – 2009
Die Mobilfunk-Übertragungstechnik UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) ermöglicht Breitband-Video-Streaming über das Internet. Durch den UMTS-Nachfolger LTE (Long Term Evolution) wird man in naher Zukunft auch HD-Streams auf mobilen Endgeräten anbieten können.
