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Übertragung

Es gibt mehrere technische Möglichkeiten, wie digitale Inhalte den Konsumenten erreichen können. Durch den erhöhten Datentraffic bei Videoübertragungen sind Breitbandnetze erforderlich. Digitale Inhalte können u.a. über Glasfaser (FTTH – Fibre to the home), Powerline (über Stromverteilernetze), Funknetze (WLAN), Mobilnetze (3G), Kabelnetze (DVB-C), Satelliten (DVB-S) und herkömmliche Telefonanschlüsse (DSL) bezogen werden. Am österreichischen Markt sind die Techniken Kabel, Fest- und Mobilnetze (DSL, 3G) am bedeutendsten. Um bei Kabelnetzen eine bessere Ausnutzung der Bandbreiten zu erreichen, werden alle analogen Leitungen durch digitale ersetzt (werden). Digitale Kabelnetzbetreiber wie UPC in Österreich oder Unitymedia in Deutschland stellen gegen ein monatliches Entgelt Dienste wie Fernsehen, Telefonie, VOD und Internet zumeist im Paket zu Verfügung. Über digitale Satelliten (DVB-S) werden fast ausschließlich Bild- und Toninhalte empfangen, Internetempfang ist zwar technisch möglich, hat sich aber am Markt aktuell noch nicht etabliert. Seit 1. 9. 2008 bietet z.B. das Unternehmen StarDSL ähnlich wie Kabelnetzprovider Kombipakete mit Internet, Telefonie und Fernsehen an. [1]

Durch steigende Bandbreiten bei Internetleitungen wurde der Empfang von Videoinhalten über das Internet möglich und löste einen regelrechten Boom aus. Viele Videoplattformen wie YouTube, Dailymotion.com oder myvideo.de konnten von dieser Entwicklung profitieren und enorm an Nutzerzahlen zulegen.

Mit der Einführung von IPTV (Internet Protocol Television) wurde es auch für Internetprovider wie die Telekom Austria in Österreich, die deutsche Telekom in Deutschland oder – dem bezüglich der IPTV-Technologie und -Services absolut führenden Internetprovider – Orange in Frankreich möglich, Fernsehprogramme und Video-On-Demand-Services anzubieten. IPTV ist eine Technologie, die auf das, dem Internet zugrunde liegenden Internet-Protokoll (IP) zurückgreift und digitale Übertragung von Fernsehprogrammen und Filmen ermöglicht. Der deutsche IPTV-Markt hat sich zwischen Ende 2007 und Ende 2008 verdreifacht, 536.000 Kunden nutzten dort Fernsehen über das Internet. Die Telekom Austria hat eigenen Angaben zufolge ca. 75.000 aonTV-Kunden.[3] TV- und VOD-Dienstleistungen von Providern wie der Telekom Austria oder UPC werden als geschlossene Netze bezeichnet. Der Internetprovider sorgt für die Inhalte, Verbreitung und Qualitätssicherung des IPTV-Signals. Für die Verwendung sind vom Provider zur Verfügung gestellte Set-Top-Boxen notwendig. Bei offenen Netzen steht der freie Zugang zu den Inhalten im Vordergrund.

Welcher Übertragungsweg und welche Übertragungsart das Rennen um den zukünftigen Konsumenten machen wird, ist nach derzeitigem Stand noch alles andere als entschieden. Während viele Experten den gebündelten und geschlossenen Angeboten die besten Zukunftsaussichten prognostizieren, setzen andere auf offene Netze und freie Wahlmöglichkeiten für den Kunden. Avner Ronen, Gründer der plattformunabhängigen Media-Center Software „Boxee“, sieht die Zukunft der Videodistribution klar im offenen Internet und kritisiert Anbieter und Verfechter von geschlossenen und linearen TV-Systemen (Auszug):

“Bundled offering is not going away. What is going away is the traditional concept of a “channel” and the idea that the cable company is the one deciding what content is included in the bundle.

As a cable channel your primary concern is your ability to negotiate your way into the basic cable package with as many cable operators, and to get the highest fee for it. The network infrastructure is a great asset. Their billing relationship with the user is another one. They should try to build their future business around these two foundations.

In the same way that in the Internet age printing a newspaper is an inefficient way to deliver news, building a channel and programming a 24hr schedule is an inefficient way to offer video content. I understand it is a lucrative business. you invest in 1-3 originally produced (or exclusively licensed) core programs, come up with 5-7 cheap to produce shows, license a bunch of syndicated content, get cable companies to carry it and voila! You’ve got a great business. But this model breaks in an on-demand world, and while it may take a few years the change is inevitable.[4]

Mark Cuban, Geschäftsführer des TV-Senders HDNet, sieht wiederum viele Schwächen in offenen Netzen über das Internet. Der enorme Breitbandbedarf, den mehrere HD-Videos hervorrufen, wird normales Surfen nebenbei kaum noch zulassen. Des Weiteren bemängelt er die schlechte Qualität der Videos und die technische Unausgereiftheit, die ein fehlerfreies Streamen erst gar nicht zulässt.

Bezüglich Breitbandbedarf und Qualität hat Mark Cuban m.E. nicht ganz unrecht. Bieten Provider in ihrem Leistungspaket VOD- und Streaming-Angebote an, garantierten sie eine Mindestqualität und Verfügbarkeit der Videos. Nutzt man Streaming-Angebote über die Internetleitung, reicht oftmals die angebotene Bandbreite nicht aus, um fehlerfreien Filmkonsum zu ermöglichen.

Unabhängig von offenen oder geschlossenen Netzen darf nicht vergessen werden, dass Breitbandnetze, die für HD-Filme zwingend notwendig sind, zumeist oft nur in Ballungsräumen verfügbar sind. Bis Mobilfunknetze dieselben Kapazitäten und die gleiche Zuverlässigkeit wie fixe Leitungen erreichen, wird noch einige Zeit vergehen. Schlussfolgerung daraus: Viele Menschen haben bereits einen Internetzugang, ob dieser auch für Videostreams jenseits der Briefmarkengröße ausreicht, ist jedoch in vielen Fällen zu bezweifeln. So werden für einen Standard-Definition-aon.tv-Stream der Telekom Austria mindestens 3 – 4 Mbit (=3072 – 4096 kbit/s) schnelle Leitungen benötigt. Soll parallel dazu ein zweiter Stream genutzt werden (z.B. für Aufzeichnungen) verdoppelt sich der Bedarf an Bandbreite. Trotz Einsatz von neuen Komprimierungsverfahren wie H264, erhöht sich bei HD-Streams der Breitbandbedarf noch einmal erheblich. Bezeichnend für die Schwammigkeit der Begrifflichkeit „Breitband-Internet“ ist das Faktum, dass in Österreich laut Definition der Rundfunk & Telekom Regulierungs GmbH der Begriff bereits ab einer Geschwindigkeit von mehr als 144 kbit/s vergeben wird.[5]

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[1] Vgl. http://www.stardsl.de/triple-play.html (Stand: 28.12.2008)

[2] Grinschgl, Dr. Alfred/Serentschy, Dr. Georg (2008): Kommunikationsbericht 2007. Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, 183

[3] o.V. (2009.05.07.): Telekom Austria meldet 75.000 aonTV Kunden. In: http://derstandard.at/?url=/?id=1241622146376 (Stand: 19.05.2009)

[4] Ronen, Avner (2009.03.21.): A lively debate with Mark Cuban. In: http://blog.boxee.tv/2009/03/21/a-lively-debate-with-mark-cuban/ (Stand: 04.04.2009)

[5] o.V. (2008): RTR Telekom Monitor 4. Quartal 2008. Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, 33

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