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Aggregatoren

Unter Aggregatoren versteht man Systeme oder Dienstleistungen, die Inhalte und Informationen sammeln und so aufbereiten, dass diese für eine bestimmte Zielgruppe leichter zugänglich werden. Prominentestes Beispiel für Musik und Videos ist iTunes. iTunes sammelt von unterschiedlichsten Quellen Inhalte, stellt sie neu zusammen und bietet sie dem Kunden sortiert an. iTunes wird wiederum von Subaggregatoren beliefert, die sich z.B. auf Nischen oder bestimmte Märkte spezialisiert haben.

Chris Anderson unterteilt Aggregatoren in fünf Kategorien:[1]

  • Sachgüter (z.B. Amazon, eBay)
  • Digitale Güter (iTunes, iFilm, Boxee)
  • Werbung/Dienstleistung (Google, Craiglist)
  • Informationen (Google News, Wikipedia)
  • Communities (MySpace)

Als wichtigste Aggregatoren verbunden mit großen Onlineshops im Bereich Film gelten im Moment u.a. die Plattformen iTunes, Amazon, VOD und die Online-Videothek Netflix. Eine ausführliche Liste anzuführen ist in dieser Arbeit allerdings fast sinnlos, ändern sich der Markt und die Strategien der Teilnehmer doch beinahe wöchentlich.

Aggregatoren sind die wahren Gewinner der Digitalisierung, da sie die Kostenvorteile bei der Verteilung von Gütern und Dienstleistungen perfekt ausnutzen können. Amazon benötigt keine Präsentationsflächen für Güter, sondern bietet alle Produkte im virtuellen Shop an. Über iTunes gekaufte Filme, Serien, Musik oder eBooks werden über das Internet auf den eigenen Computer oder das Mobiltelefon heruntergeladen, teure Versandgebühren entfallen. Aggregatoren haben zudem auch die Möglichkeit sich an das geänderte Nutzerverhalten anzupassen, es in weiterer Folge auch zu fördern. Je nach Geschäftsmodell liefern sie Inhalte nach Bezahlung oder gratis, gestützt durch Werbung, zum Konsumenten. (siehe Kapitel 9.2 Geschäftsmodelle). Wie Inhalte in Zukunft konsumiert werden, löst derzeit heftige Debatten aus. Statistiken und Studien belegen zwar ein Abwandern der jungen Zielgruppe weg vom Fernseher hin zum Computer, die ältere Zielgruppe konsumiert aber entgegen mancher Erwartungen mehr Fernsehen als je zuvor.

Das US-Unternehmen Boxee versucht beide Welten zu verbinden, indem eine plattformunabhängige Media-Center-Software entwickelt wurde, die es ermöglicht Internetinhalte bequem am herkömmlichen Fernseher sehen zu können. Über Boxee können Medieninhalte jeglicher Art und von verschiedensten Quellen wiedergegeben werden. Videoplattformen wie YouTube, Hulu, BBC, iPlayer, Joost, MySpaceTV, Netflix, aber auch Audiostreams von last.fm und tausende Radiostationen können eingebunden werden. Verknüpft mit Community Features von Social Networks, wie Empfehlungen und Vorschläge, soll Boxee die Art, wie Inhalte konsumiert werden, revolutionieren. Weg vom linearen System, bei dem der Konsument ein fix vorgegebenes Programm serviert bekommt. Wann und welche Inhalte gesehen und genutzt werden, entscheidet der Nutzer selbst. Boxees Idee scheint tatsächlich wegweisend, einzig beim Geschäftsmodell sind sich Experten noch nicht so sicher. Gründer Avram nennt als eine mögliche Geldquelle die Lizenzierung der Software an Set-top-Boxen- oder TV-Geräte-Hersteller. Dass diese ebenso auf Inhalte per Internetstream setzen, zeigen Produktneuvorstellungen mit Internetzugang und automatisch integrierter Verbindung zu YouTube und MySpace. Werbung in die Software zu integrieren wäre eine weitere Möglichkeit, meinen Experten.

Aggregatoren übernehmen außerdem noch die Rolle des Zwischenhändlers. Um in die Datenbank bei iTunes aufgenommen zu werden, muss z.B. der Weg über einen Aggregator genommen werden. Dieser hat mit iTunes Verträge und liefert Contents zu. Das US-Unternehmen tunecore platziert gegen Entgelt digitalen Content vom Auftraggeber auf verschiedenen Plattformen wie z.B. iTunes, AmazonMP3 oder Microsoft’s Zune.

Beispiel für einen Aggregator ist das Unternehmen Rebeat Film.

Abbildung 42: Screenshot tunecore Startseite[2]

Aggregatoren verlangen in der Regel keine Rechteabtretung, sie verdienen ihr Geld entweder durch Erlösbeteiligung oder wie im Fall „tunecore video“ mit einmaligen Gebühren:

Abbildung 43: Kosten für tunecore-Video [3]

Im Moment können über den Aggregator tunecore allerdings nur Musikvideos vertrieben werden, da iTunes aufgrund strikter Content-Regelungen keine anderen Clips annimmt. iTunes behält sich außerdem das Recht vor, Inhalte zu löschen, etwa wenn der Clip nicht den eigenen Definitionen eines Musikvideos entspricht. Die bereits entrichtete einmalige Gebühr erhält der Künstler aber nicht retour. Dieses Beispiel zeigt recht deutlich, dass es, sofern man kein großes Unternehmen ist, nicht einfach ist, auf den großen Plattformen wie z.B. iTunes gelistet zu werden und damit werden auch die Grenzen recht schnell ersichtlich. Auch zeigt sich, dass Apple starken Einfluss auf die angebotenen Inhalte ausübt und somit auch kontrolliert.


[1] Anderson, Chris (2006): The Long Tail – Der lange Schwanz, 105

[2] o.V. (2009): Screenshot tunecore.com. In: http://www.tunecore.com (Stand: 02.02.2009)

[3] o.V. (2009): Screenshot tunecore.com. In: http://www.tunecore.com/index/faq#VideoCost (Stand: 02.02.2009)